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Mechanical and plant engineering at a crossroads: Reorganization instead of continuing (German only)

 September 10, 2020

Die Corona-Krise legt schonungslos die Probleme und Herausforderungen offen, die den Maschinen- und Anlagenbau bereits seit rund zehn Jahren beschäftigen und zu dessen wirtschaftlicher Stagnation geführt haben. Die bisherigen Erfolgsmodelle nach Corona einfach weiterzuführen, wird daher nicht ohne weiteres möglich sein. Die Krise eröffnet aber die Chance, bestehende Geschäfte in ihrer Produktaufstellung, Vernetzung und Wertschöpfung grundsätzlich zu hinterfragen und Produktivität „neu zu denken". Dafür braucht es ein Verständnis für die langfristigen Treiber und Entwicklungen, aus denen sich Handlungsoptionen für eine Repositionierung ergeben, die wiederum an die individuelle Situation jedes Unternehmens angepasst werden müssen.

Drei Treiber stellen den Änderungsimpuls zu neuer Produktivität dar: 

  • Digitalisierung und Automatisierung als differenzierender Faktor

  • "Grüne“ Produkte und Services für nachhaltiges Wirtschaften

  • Produkte mit dem "richtigen" Preispunkt und Services als Kompensation für zurückgehendes Maschinengeschäft

Bei der Suche nach Handlungsoptionen ist es sinnvoll, die direkten und unmittelbaren Effekte der Corona-Krise in Kombination mit den Treibern zu betrachten, die sich bis zum Ausbruch der Pandemie isoliert und zögerlich entwickelten und jetzt ihre volle Wirkung entfalten.
Daraus ergeben sich vier denkbare Entwicklungen für die Unternehmen:

  1. Recovery: Die mittelfristige Rückkehr auf das alte Niveau der Jahre zwischen 2012 und 2020 bis spätestens Mitte 2022
  2. Side-step: Weiterer Bedeutungsverlust der hiesigen Anbieter, entweder mit schleichender Seitwärtsbewegung auf derzeitigem Niveau oder beschleunigtem Niedergang
  3. Escape: Weitere Wanderung (bzw. strategische Flucht) in ausgewählte Nischen, die bei geringerem Volumen überdurchschnittliche Margen versprechen, und Verteidigung dieser Rückzugsposition ('Einnisten')
  4. Attack: Antizipieren der relevanten Treiber und Investition in digitale, nachhaltige Produkte mit dem richtigen Preis- und Leistungspunkt

Für alle Handlungsoptionen gilt es die Chancen zu nutzen, die sich aus der Corona-Situation ergeben. Die neue Normalität, ob gewählt oder aufgezwungen, dürfte vermutlich eine Kombination aus den vier vorgestellten Optionen sein. Positiv anzumerken ist, dass Transformationen hierzulande immer gut funktioniert haben; vor allem, weil die Tugenden Internationale Ausrichtung der Industrie, Offenheit in Anpassung beziehungsweise Übernahme von Best Practices sowie Technologieorientierung im Erfinder- und Tüftlergeist uns kontinuierlich zu neuen Spitzenleistungen anreizen. Dieser Vorteil kann durch Antizipation und Berücksichtigung der drei Trends (1) Digitalisierung und Automatisierung, (2) "grüne“ Produkte und Services für nachhaltiges Wirtschaften und (3) Leistungsangebote mit dem "richtigen" Preispunkt in Wachstum transformiert werden. Insbesondere die "Attack"-Option ermöglicht Unternehmen, die Krise als Katalysator und Beschleuniger für die Transition in die neue Normalität zu nutzen, eine größere Offenheit aller Beteiligten für die anstehenden, alternativlosen Veränderungen zu erwirken und eine schnelle und pragmatische Umsetzung von radikalen Lösungen voranzutreiben.

Ein zentraler Bestandteil dieser neuen Perspektive ist dabei, Produktivität endlich neu zu denken und Produktivitätsmanagement als Kernkompetenz zu verstehen und zu entwickeln.

RB contacts:

Gerald Orendi (Senior Partner)

Joerg Schrottke (Senior Partner)

Urs Neumair (Partner)